Psychotherapie bei Panikattacken in Heidelberg
Eine Panikattacke kann sich ausgesprochen bedrohlich anfühlen. Das Herz rast, die Atmung verändert sich, vielleicht wird Ihnen schwindelig oder Sie haben das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Manche Menschen erleben Enge oder Druck im Brustbereich, Zittern, Schwitzen oder ein Gefühl von Unwirklichkeit.
Häufig kommt gleichzeitig ein Gedanke hinzu wie:
„Mit mir stimmt etwas nicht.“
„Ich bekomme einen Herzinfarkt.“
„Ich werde ohnmächtig.“
„Ich verliere die Kontrolle.“
„Ich muss hier sofort raus.“
Die körperlichen Reaktionen können innerhalb kurzer Zeit sehr intensiv werden. Gerade bei einer ersten Panikattacke ist deshalb gut nachvollziehbar, dass Betroffene zunächst an eine körperliche Erkrankung denken oder medizinische Hilfe suchen. Typische Panikattacken können unter anderem mit Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Zittern und starker Todes- oder Kontrollverlustangst verbunden sein.
Besonders belastend ist häufig nicht nur die einzelne Attacke. Nach einigen Panikerfahrungen beginnt bei vielen Menschen eine zweite Form von Angst: die Angst vor der nächsten Panikattacke.
Dann verändert sich der Alltag möglicherweise zunehmend. Körperliche Empfindungen werden genauer beobachtet, bestimmte Situationen vermieden und Aktivitäten nur noch unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt.
In meiner Privatpraxis für Psychotherapie in Heidelberg behandle ich Erwachsene mit Panikattacken und Panikstörungen auf der Grundlage der Verhaltenstherapie. Mir ist dabei wichtig, dass Sie zunächst genau verstehen, was während einer Panikattacke geschieht. Dieses Verständnis bildet die Grundlage dafür, die Angst vor den eigenen körperlichen Reaktionen schrittweise wieder zu verlieren.
Eine Panikattacke kommt häufig wie aus dem Nichts
Viele Betroffene können ihre erste Panikattacke sehr genau beschreiben.
Vielleicht saßen sie im Auto, waren einkaufen, standen in einer Schlange oder lagen abends im Bett. Plötzlich verändert sich etwas im Körper. Das Herz schlägt schneller, der Atem fühlt sich ungewohnt an oder ein Schwindelgefühl entsteht.
Innerhalb kurzer Zeit richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit auf diese Körperempfindungen.
Aus einem beschleunigten Herzschlag wird:
„Mein Herz schlägt viel zu schnell.“
Daraus vielleicht:
„Mit meinem Herzen stimmt etwas nicht.“
Und schließlich:
„Ich könnte einen Herzinfarkt bekommen.“
Die Angst steigt – und mit ihr häufig auch Herzschlag, Atmung, Muskelanspannung und weitere körperliche Reaktionen.
Genau das macht Panikattacken so überzeugend: Die Angst ist nicht eingebildet. Die körperlichen Empfindungen sind tatsächlich vorhanden. Problematisch ist vielmehr, welche Bedeutung ihnen in diesem Moment gegeben wird.
Eine Panikattacke ist eine sehr intensive körperliche und psychische Alarmreaktion. Bei einer Panikstörung treten solche Attacken wiederholt auf und die Sorge vor weiteren Attacken kann selbst zu einem wesentlichen Teil der Erkrankung werden.
Diese Praxis bietet keine Notfallversorgung.
Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung: 112.
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Panikattacke und Panikstörung sind nicht dasselbe
Eine einzelne Panikattacke bedeutet noch nicht automatisch, dass eine Panikstörung vorliegt.
Panikattacken können auch im Rahmen anderer Angststörungen oder psychischer Belastungen auftreten. Manche Menschen erleben nur wenige Attacken in einer besonders belastenden Lebensphase.
Von einer Panikstörung sprechen Fachleute, wenn wiederkehrende Panikattacken auftreten und sich daraus eine anhaltende Sorge vor weiteren Attacken beziehungsweise deutliche Veränderungen des Verhaltens entwickeln. Die Panik beginnt dann zunehmend, den Alltag zu organisieren.
Für die Behandlung ist deshalb nicht nur die Frage wichtig:
„Wie häufig treten Panikattacken auf?“
Ebenso wichtig ist:
„Was hat sich seit der ersten Attacke in Ihrem Leben verändert?“
Der Panikkreislauf
Ein zentraler Bestandteil der Behandlung besteht darin, den persönlichen Panikkreislauf zu verstehen.
Vereinfacht kann er beispielsweise so aussehen:
Kurzfristig entsteht Erleichterung.
Das Gehirn kann daraus jedoch lernen:
„Gut, dass ich gegangen bin. Die Situation war offenbar tatsächlich gefährlich.“
Innerhalb kurzer Zeit können sich körperliche Reaktion und bedrohliche Interpretation gegenseitig verstärken.
Der entscheidende Punkt ist:
Die betroffene Person reagiert nicht „grundlos“ panisch. Wenn jemand überzeugt ist, gerade in ernsthafter Gefahr zu sein, ist starke Angst eine völlig nachvollziehbare Reaktion.
In der Therapie geht es deshalb nicht darum, Ihnen zu erklären, Ihre Angst sei irrational und Sie müssten einfach ruhiger bleiben.
Wir untersuchen vielmehr gemeinsam, wie Ihr persönlicher Panikkreislauf funktioniert und an welcher Stelle neue Erfahrungen möglich werden.
Die Angst vor der Angst
Nach einer oder mehreren Panikattacken verändert sich häufig die Aufmerksamkeit.
Körperempfindungen, die früher kaum bemerkt wurden, erhalten plötzlich eine große Bedeutung:
Dadurch werden ganz normale körperliche Veränderungen häufiger wahrgenommen.
Ein schnellerer Herzschlag nach dem Treppensteigen, Wärme in einem vollen Raum oder ein kurzer Schwindel beim schnellen Aufstehen können plötzlich als mögliche Vorzeichen einer Panikattacke interpretiert werden.
Die Erwartung:
„Vielleicht beginnt es wieder“
kann wiederum Anspannung erzeugen.
Damit entsteht genau jene körperliche Aktivierung, die anschließend erneut als bedrohlich erlebt wird.
So entwickelt sich die oft beschriebene Angst vor der Angst. Gesundheitsinformationen des Bundes beschreiben diese Furcht vor erneuten Attacken als ein typisches Problem nach Panikerfahrungen.
Viele meiner Patientinnen und Patienten empfinden es bereits als entlastend, diesen Mechanismus zu verstehen. Denn damit wird nachvollziehbar, weshalb sich Panik scheinbar verselbstständigen kann – und gleichzeitig wird sichtbar, an welchen Stellen therapeutische Veränderung möglich ist.
Wenn Vermeidung das Leben immer kleiner macht
Nach einer Panikattacke ist es verständlich, Situationen vermeiden zu wollen, in denen man eine erneute Attacke befürchtet.
Vielleicht wird zunächst nur ein bestimmter Ort gemieden.
Später möglicherweise:
Manchmal entwickelt sich zusätzlich eine Agoraphobie. Dabei stehen Ängste vor Situationen im Vordergrund, aus denen ein Entkommen schwierig erscheinen könnte oder in denen im Falle starker Angst Hilfe nicht ohne Weiteres verfügbar wäre.
Panikstörung und Agoraphobie können gemeinsam auftreten.
Die Vermeidung hilft zunächst tatsächlich.
Wer nicht in die gefürchtete Situation geht, bekommt dort keine Panikattacke. Kurzfristig entsteht Erleichterung.
Langfristig kann das Gehirn daraus jedoch lernen:
„Gut, dass ich die Situation vermieden habe. Offenbar wäre sie tatsächlich gefährlich gewesen.“
Die notwendige korrigierende Erfahrung bleibt aus.
Mit der Zeit kann der persönliche Bewegungsradius dadurch immer kleiner werden.
Sicherheitsverhalten: „Ich kann das - aber nur, wenn …“
Nicht jede Vermeidung bedeutet, dass eine Situation vollständig gemieden wird.
Viele Menschen entwickeln subtilere Strategien:
Solche Strategien vermitteln Sicherheit und können kurzfristig sehr hilfreich erscheinen.
Das Problem entsteht, wenn anschließend die Schlussfolgerung lautet:
Dann wird nicht gelernt:
In der Therapie betrachten wir deshalb sehr genau, welche Sicherheitsstrategien tatsächlich hilfreich sind und welche unbeabsichtigt dazu beitragen, die Angst langfristig aufrechtzuerhalten.
Wie ich Angststörungen behandle
Die kognitive Verhaltenstherapie gehört zu den wissenschaftlich gut untersuchten Behandlungen von Panikstörung und Agoraphobie. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt Patientinnen und Patienten mit Panikstörung beziehungsweise Agoraphobie ausdrücklich eine kognitive Verhaltenstherapie. Bei agoraphobischem Vermeidungsverhalten sollen Expositionselemente Bestandteil der Behandlung sein.
Die Therapie beginnt bei mir jedoch nicht damit, dass Sie sich möglichst schnell einer besonders schwierigen Situation aussetzen.
Zunächst müssen wir verstehen, was genau bei Ihnen passiert.
Dipl.-Psych. Christine Böhme Psychologische Psychotherapeutin Fachkunde Verhaltenstherapie

Den persönlichen Panikkreislauf verstehen
Wir betrachten beispielsweise:
Daraus entwickeln wir ein individuelles Erklärungsmodell.
Sie sollen nicht nur wissen, dass Panikattacken behandelbar sind. Sie sollen verstehen, wie Ihre eigene Panik entsteht und weshalb bestimmte bisherige Bewältigungsstrategien möglicherweise nicht dauerhaft helfen.
Körperliche Empfindungen neu bewerten
Viele Menschen mit Panikstörung fürchten nicht in erster Linie eine äußere Situation, sondern bestimmte körperliche Empfindungen.
Ein schneller Herzschlag könnte bedeuten:
„Ich bekomme einen Herzinfarkt.“
Schwindel:
„Ich werde ohnmächtig.“
Ein Gefühl der Unwirklichkeit:
„Ich verliere den Verstand.“
Kurzatmigkeit:
„Ich bekomme keine Luft mehr.“
Wir betrachten diese Befürchtungen sehr konkret.
Welche körperliche Empfindung löst welche Interpretation aus?
Was genau wird befürchtet?
Welche Erfahrungen sprechen für diese Befürchtung?
Welche anderen Erklärungen gibt es?
Und was ist bei früheren Panikattacken tatsächlich geschehen?
Das Ziel ist nicht, Ihnen einfach zu sagen:
„Es passiert nichts.“
Eine solche Beruhigung hält häufig nur kurz.
Wichtiger ist, dass Sie selbst durch nachvollziehbare Informationen und neue Erfahrungen zunehmend zu einer anderen Einschätzung Ihrer Körperreaktionen kommen.
Körperliche Symptome absichtlich kennenlernen
Ein für manche Menschen zunächst überraschender Bestandteil der Verhaltenstherapie kann darin bestehen, gefürchtete körperliche Empfindungen unter kontrollierten Bedingungen bewusst hervorzurufen.
Warum sollte man etwas absichtlich erzeugen, vor dem man Angst hat?
Weil sonst leicht die Überzeugung bestehen bleibt:
„Diese Körperempfindung ist gefährlich und muss unbedingt verhindert werden.“
In einer therapeutisch vorbereiteten Übung kann dagegen eine neue Erfahrung entstehen:
„Mein Herz kann schneller schlagen, ohne dass die befürchtete Katastrophe eintritt.“
oder:
„Schwindel ist unangenehm – aber ich kann ihn aushalten.“
Solche Übungen werden individuell ausgewählt, sorgfältig vorbereitet und nur durchgeführt, wenn medizinische Gründe nicht dagegensprechen.
Das Ziel ist nicht, möglichst starke Panik zu erzeugen oder Ihre Belastungsgrenze zu testen.
Es geht darum, die Bedeutung körperlicher Empfindungen zu verändern.
Was bisher als Warnsignal einer unmittelbar drohenden Katastrophe erlebt wurde, kann zunehmend als intensive, aber bewältigbare Körperreaktion verstanden werden.
Konfrontation mit vermiedenen Situationen
Wenn bestimmte Orte oder Situationen aufgrund der Panik gemieden werden, können auch diese schrittweise wieder aufgesucht werden.
Die S3-Leitlinie empfiehlt bei Panikstörung mit agoraphobischem Vermeidungsverhalten Expositionselemente und betont, dass die Therapeutin beziehungsweise der Therapeut bei solchen Übungen auch praktisch begleiten sollte, statt sie lediglich theoretisch zu besprechen.
Dabei geht es nicht darum:
„Sie müssen da jetzt einfach durch.“
Wir klären vorher:
Manchmal ist eine Übung zunächst klein.
Vielleicht eine kurze Fahrt mit dem Bus.
Ein Aufenthalt in einem Geschäft.
Eine Strecke, die bisher nur in Begleitung möglich war.
Entscheidend ist nicht, möglichst schnell die schwierigste Situation zu bewältigen.
Entscheidend ist, dass tatsächlich neues Lernen stattfindet.
Das Ziel ist nicht, während einer Übung vollkommen ruhig zu sein
Dieser Punkt ist mir besonders wichtig.
Viele Menschen beginnen eine Konfrontationsübung mit dem inneren Ziel:
„Ich muss es schaffen, dass keine Panik entsteht.“
Dann wird jede stärkere Körperreaktion sofort als Misserfolg erlebt.
Aus therapeutischer Sicht kann jedoch gerade eine andere Erfahrung wertvoll sein:
„Die Angst ist stärker geworden - und ich bin trotzdem geblieben.“
„Mein Herz hat sehr schnell geschlagen - und ich musste nicht fliehen.“
„Ich hatte Angst vor einer Panikattacke - und konnte trotzdem weiterfahren.“
Die zentrale Erfahrung lautet dann nicht:
„Ich kann diese Situation nur bewältigen, wenn ich ruhig bin.“
Sondern:
„Ich kann diese Situation auch bewältigen, wenn mein Körper vorübergehend mit Angst reagiert.“
Das verändert langfristig das Verhältnis zur Angst häufig stärker als der Versuch, jede Panikreaktion sofort unter Kontrolle zu bringen.
Warum Entspannung nicht immer die Lösung ist
Entspannung kann angenehm sein und in vielen Lebenssituationen hilfreich sein.
Bei einer Panikstörung muss jedoch genau betrachtet werden, welche Funktion eine Entspannungs- oder Atemtechnik erhält.
Wenn jemand überzeugt ist:
„Sobald mein Herz schneller schlägt, muss ich sofort meine Atemtechnik einsetzen, sonst bekomme ich eine Panikattacke“,
kann selbst eine eigentlich hilfreiche Technik zu einem Sicherheitsverhalten werden.
Die Botschaft bleibt dann:
„Meine Körperreaktion wäre gefährlich, wenn ich sie nicht sofort kontrolliere.“
Deshalb besteht das Ziel meiner Behandlung nicht darin, Ihnen möglichst viele Methoden beizubringen, mit denen Sie jede Angstreaktion sofort unterdrücken können.
Es geht vielmehr darum, wieder Vertrauen darin zu entwickeln, dass Sie körperliche Aktivierung und Angst auch dann bewältigen können, wenn sie nicht unmittelbar verschwindet.
Entspannungs- und Atemübungen können abhängig von der individuellen Situation trotzdem sinnvoll sein. Sie sollten jedoch nicht zur Voraussetzung dafür werden, dass Sie sich überhaupt noch sicher fühlen.
Die Aufmerksamkeit wieder aus dem Körper lösen
Viele Menschen mit Panikstörung überwachen ihren Körper fast ständig.
Der eigene Puls wird überprüft.
Die Atmung beobachtet.
Jede kleine Veränderung registriert.
Dadurch werden Körperempfindungen besonders deutlich wahrgenommen.
Das ist ein bisschen so, als würde man nachts in einem stillen Raum bewusst auf jedes Geräusch achten: Plötzlich hört man Dinge, die vorher kaum aufgefallen sind.
In der Therapie kann es deshalb auch darum gehen, die Aufmerksamkeit flexibler steuern zu lernen.
Eine Körperempfindung darf wahrgenommen werden, ohne dass sie sofort analysiert werden muss.
Ein schneller Herzschlag kann vorhanden sein, ohne dass unmittelbar geprüft werden muss, ob er gefährlich ist.
Diese Fähigkeit entwickelt sich häufig schrittweise und wird besonders durch konkrete Alltagserfahrungen gestärkt.
Vertrauen statt ständiger Gewissheit
Menschen mit Panikstörung versuchen häufig, absolute Sicherheit zu erreichen.
Ist mein Herz wirklich gesund?
Kann ich hundertprozentig ausschließen, dass ich ohnmächtig werde?
Kann mir jemand garantieren, dass ich im Flugzeug keine Panikattacke bekomme?
Diese Fragen sind verständlich.
Das Problem besteht darin, dass vollständige Sicherheit im Leben grundsätzlich kaum erreichbar ist.
Therapie kann deshalb auch bedeuten, nicht mehr jede denkbare Gefahr vollständig ausschließen zu müssen.
Die entscheidendere Erfahrung lautet:
„Ich muss nicht absolut sicher sein, um handeln zu können.“
Das ist etwas anderes als Leichtsinn.
Wir unterscheiden reale medizinische Risiken von angstbedingten Befürchtungen und treffen Entscheidungen auf einer angemessenen Grundlage – nicht auf der Grundlage des Bedürfnisses nach hundertprozentiger Gewissheit.
Medizinische Abklärung ist wichtig
Panikattacken können körperliche Symptome verursachen, die auch bei körperlichen Erkrankungen vorkommen.
Deshalb ist insbesondere bei erstmalig auftretenden, ungewöhnlichen oder bislang medizinisch nicht abgeklärten Beschwerden eine ärztliche Einschätzung wichtig. Körperliche Ursachen und mögliche Einflüsse von Medikamenten oder Substanzen müssen gegebenenfalls ausgeschlossen beziehungsweise berücksichtigt werden.
Das gilt besonders dann, wenn Beschwerden neu sind oder sich deutlich von bisher bekannten Panikreaktionen unterscheiden.
Psychotherapeutische Behandlung soll eine notwendige medizinische Diagnostik nicht ersetzen.
Wenn die körperliche Situation ausreichend abgeklärt ist und deutlich wird, dass Panikmechanismen eine wesentliche Rolle spielen, können wir uns therapeutisch gezielt mit der Angst vor diesen Körperempfindungen beschäftigen.
Panikstörung und Agoraphobie
Bei manchen Menschen bleibt die Angst weitgehend auf die Panikattacken selbst begrenzt.
Bei anderen entwickelt sich ein immer stärkeres Vermeidungsverhalten gegenüber Situationen, in denen eine Attacke besonders problematisch erscheinen würde.
Vielleicht entsteht Angst vor:
Dann kann zusätzlich eine Agoraphobie vorliegen. Panikstörung und Agoraphobie werden in der S3-Leitlinie gemeinsam behandelt, weil beide Erkrankungen häufig eng miteinander verbunden sind und Expositionsverfahren bei bestehendem Vermeidungsverhalten eine wichtige therapeutische Rolle spielen.
Ob bei Ihnen eine Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie vorliegt, klären wir im Rahmen der Diagnostik.
Psychotherapie und Medikamente
Für Panikstörung und Agoraphobie stehen sowohl psychotherapeutische als auch medikamentöse Behandlungsoptionen zur Verfügung. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt die kognitive Verhaltenstherapie ausdrücklich; sie nennt außerdem bestimmte Antidepressiva als evidenzbasierte medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten.
Als Psychologische Psychotherapeutin verschreibe ich keine Medikamente.
Wenn eine medikamentöse Behandlung sinnvoll erscheint oder bereits besteht, sollte diese ärztlich beziehungsweise psychiatrisch begleitet werden. Auswahl, Dosierung und mögliche Veränderungen einer Medikation gehören in ärztliche Hände.
Bei Beruhigungsmitteln aus der Gruppe der Benzodiazepine ist besondere Vorsicht erforderlich. Die S3-Leitlinie empfiehlt sie bei Panikstörung beziehungsweise Agoraphobie aufgrund unter anderem des Abhängigkeitspotenzials grundsätzlich nicht als reguläre Behandlung; Ausnahmen bedürfen einer ärztlichen, sorgfältigen Risiko-Nutzen-Abwägung.
Achtsamkeit und Akzeptanz als Ergänzung
Bei Panik besteht häufig ein starker Wunsch, unangenehme Körperempfindungen möglichst schnell zu beseitigen.
Das ist verständlich.
Der permanente Kampf gegen jede Veränderung von Herzschlag, Atmung oder Gleichgewicht kann jedoch dazu führen, dass diesen Empfindungen immer mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung gegeben wird.
Je nach individueller Situation können deshalb auch achtsamkeits- und akzeptanzorientierte Methoden ergänzend sinnvoll sein.
Achtsamkeit bedeutet dabei nicht:
„Ich entspanne mich, damit die Panik verschwindet.“
Sondern eher:
„Ich nehme wahr, was gerade geschieht, ohne sofort auf jedes innere Signal reagieren zu müssen.“
Akzeptanz bedeutet ebenfalls nicht, sich mit einer Panikstörung abzufinden.
Sie kann bedeuten:
„Ich muss diese Körperreaktion im Moment nicht mögen – aber ich muss auch nicht automatisch vor ihr fliehen.“
Solche Elemente werden in meiner Praxis säkular, transparent und eingebettet in die verhaltenstherapeutische Behandlung eingesetzt.
Wieder tun können, was wichtig ist
Eine erfolgreiche Behandlung von Panik bedeutet für mich nicht ausschließlich, die Anzahl der Panikattacken zu zählen.
Viel wichtiger ist die Frage:
Was hat die Panik aus Ihrem Leben verdrängt?
Vielleicht möchten Sie wieder allein Auto fahren.
Mit der Bahn reisen.
Ein Konzert besuchen.
In einem Restaurant sitzen, ohne den Ausgang im Blick behalten zu müssen.
Sport treiben, ohne einen schnelleren Herzschlag als Gefahr zu interpretieren.
Weiter von zu Hause wegfahren.
Oder einfach morgens das Haus verlassen, ohne zuerst zu prüfen, ob Sie sich körperlich hundertprozentig sicher fühlen.
Diese konkreten Veränderungen sind wichtige Therapieziele.
Das Leben soll nicht länger möglichst perfekt um die Vermeidung von Panik herum organisiert werden müssen.
Rückfälle und einzelne Panikreaktionen
Auch nach einer erfolgreichen Behandlung kann in einer stark belastenden Situation irgendwann wieder eine intensive Angstreaktion auftreten.
Eine einzelne Panikattacke bedeutet nicht automatisch, dass alles Erreichte verloren ist.
Entscheidend ist häufig, wie Sie anschließend darauf reagieren.
Wenn die Attacke sofort als Beweis verstanden wird:
„Jetzt geht alles wieder von vorne los“,
können alte Vermeidungs- und Kontrollstrategien schnell wieder aktiviert werden.
Deshalb beschäftigen wir uns gegen Ende der Therapie auch damit:
Ein wichtiges Ziel ist, eine mögliche einzelne Angstreaktion nicht sofort wieder zu einem dauerhaften Problem werden zu lassen.
Wenn Panikattacken gemeinsam mit anderen Beschwerden auftreten
Panikattacken können gemeinsam mit anderen psychischen Beschwerden vorkommen.
Dazu gehören beispielsweise andere Angststörungen oder depressive Beschwerden. Für die Behandlung ist deshalb wichtig zu klären, welche Problematik im Vordergrund steht und wie verschiedene Beschwerden miteinander zusammenhängen.
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In den ersten Sitzungen klären wir sorgfältig, welche Beschwerden vorliegen, ob gegebenenfalls eine weitere medizinische Abklärung erforderlich ist und ob eine ambulante Verhaltenstherapie in meiner Praxis der geeignete Behandlungsrahmen ist.
Mein Angebot richtet sich an Erwachsene. Die Behandlung findet in meiner Privatpraxis für Psychotherapie im Zentrum von Heidelberg statt und kann von Privatversicherten, Beihilfeberechtigten und Selbstzahlenden in Anspruch genommen werden.
Dipl.-Psych. Christine Böhme Psychologische Psychotherapeutin Fachkunde Verhaltenstherapie

Fachlich verantwortlich
Dipl.-Psych. Christine Böhme
Psychologische Psychotherapeutin
Schwerpunkt Verhaltenstherapie
Die fachliche Einordnung dieser Seite orientiert sich insbesondere an der derzeit im AWMF-Register verfügbaren deutschen S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen sowie an evidenzbasierten Gesundheitsinformationen des Bundes und des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Die S3-Leitlinie empfiehlt für Panikstörung und Agoraphobie ausdrücklich kognitive Verhaltenstherapie; bei agoraphobischem Vermeidungsverhalten sind Expositionselemente ein zentraler Bestandteil der Behandlung.
